In den letzten Jahren musste ich leider eine größere Anzahl meiner Brüder auf ihrem letzten Weg begleiten – es waren meist (wohl hauptsächlich auf Wunsch der Hinterbliebenen) kirchliche, überwiegend katholische Beerdigungen.

Mir ist kein Fall bekannt geworden, wo eine Verweigerung ausgesprochen worden wäre. Meist erledigte erst der „hochwürdige Herr“ seinen „Part“, dann überließ seinen Platz dem Redner, der die Abschiedsworte der Loge sprach und die freimaurerische rituelle Verabschiedung der Brüder fand statt.

Die meisten katholischen Pfarrer sind sehr aufgeschlossen und scheuen keineswegs die Freimaurer wie mit Verlaub gesagt „der Teufel das Weihwasser“. Nach ersten Berührungsängsten, gibt es meist hochinteressante Diskussionen über Glaube und Geschichte. Da die hochwürdigen Herren, meist sehr schnell erkennen können, dass wir nicht von der Konkurrenz sind, sondern Freimaurerei keine Religion, sondern Veredelung des Bruders darstellt und wir die christlich-jüdischen Werte wie Toleranz, Brüderlichkeit zu allen Menschen, Beachtung der 10 Gebote aber vor allem des Satzes „Tue jeden Lebewesen nur das, das Du willst das man Dir tut“, ergibt sich weder mit christlichen noch mit jüdischen Geistlichen Trennendes.

Es ist reiner Unfug zu erwägen dass christliche Geistliche oder jüdische Rabbiner ewig gestrig wären, unintelligent oder engstirnig. Diese gelehrten Menschen, geben ihren Gemeinden festen Halt in den Stürmen des Lebens, heute wichtiger als je zuvor. Das ist Ihre Berufung, nicht ihr Job.

Die Türen des Alten und Angenommenen Schottischen Ritus von Österreich stehen jedem Vertreter einer Glaubensgemeinschaft jederzeit offen. Ich durfte z. B. seiner Heiligkeit Papst Benedikt den XVI lauschen, ich würde mir wünschen jedermann würde diese Intelligenz und Würde ausstrahlen und das Verbindende so vor das Trennende stellen wie er.